Kultur ist nicht nur Kunst

Die Aktionen der Pankower Künstler und all der anderen von den Kürzungsplänen des Bezirksamtes Betroffenen in den Bibliotheken, Galerien, Veranstaltungsorten und Museen waren ein Erfolg. Denn die Aufmerksamkeit war groß – im Bezirk, in Berlin und weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Die Zahl der Unterzeichner der Petition gegen den Kulturabbau steuert auf die 9.000 zu.

Doch Kultur ist mehr als Schauspiel, Malerei und Bücher.

Kultur ist die Art, wie wir leben (wollen), die Art des Umgangs miteinander.

Und so es ist auch eine Frage der Kultur, ob nur diejenigen Gehör finden, die in der Lage sind – zu Recht! – so viel Aufmerksamkeit zu erregen, um die Öffentlichkeit für den Erhalt bedrohter Kulturstätten zu mobilisieren. oder auch jene, die der hohen Fertigkeit der massenwirksamen Kommunikation nicht oder nur unzureichend mächtig sind.

 

Den Leisen eine Stmme geben

Vom derzeitigen Kürzungswahnsinn, der von der Pankower Politik zwar aufrichtig bedauert, aber – wegen Sachzwänge und so – als alternativlos empfunden wird, sind nicht nur die Orte künstlerischer und geistiger Erbauung betroffen.
In seiner Rede auf der BVV-Tagung vom vergangenen Mittwoch tat Bezirksbürgermeister Matthias Köhne kund: „Zwei Seniorenfreizeiteinrichtungen und eine Gartenarbeitsschule haben, anders als die Kultureinrichtungen, keine Schonfrist mehr. Sie würden mit dem Beschluss geschlossen werden.“

So steht es auch in der Beschlussvorlage des Bezirksamtes (siehe Download), und so wird es wohl kommen. Am 14. März der Beschluss – am 1.5 wird der Schlüssel im Schloss herumgedreht.

Dass die betroffenen Rentnerinnen und Rentner so schnell und wirksam einen weithin hörbaren Widerstand gegen die Schließung ihrer Einrichtungen auf die Beine stellen können, scheint eher unwahrscheinlich. Doch die Aufgabe ihrer Räume ist nicht weniger kulturlos, als das Schließen eines Theaters.
Wer also gibt den Alten eine Stimme?

Das lateinische cultura bedeutet soviel wie „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“.

In der Gartenarbeitsschule in der Galenusstraße haben seit Ende der 50er Jahre Generationen von Pankower Stadtkindern Natur sehen, fühlen und erkennen gelernt, haben in dem dort angelegten Garten selbst an cultura teilhaben können.
Und nun: Sparen an der kommenden Generation.

Auch hier ist übrigens eine Petition verfasst worden. Die allerdings kann bisher nur auf rund 550 Unterzeichner verweisen.

Warum eigentlich?

Kultur ist mehr als Kunst.

 

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2 Kommentare zu “Kultur ist nicht nur Kunst”

  1. Andreas Jensen

    Feb 21. 2012

    Gespart wird wieder dort,wo am wenigsten Widerstand erwartet wird,bei Schülern und Senioren,die in den Medien wenig Lobby haben und sich nicht wehren können.
    Erst wird der Sozialausschuß´um das Thema Senioren ergänzt,und bei der nächsten Möglichkeit im Seniorenbereich gekürzt.
    Aber mit diesen Maßnahmen werden der grösste Teil- und die zukünftigen Wähler in Pankow getroffen.
    So produziert man Politikverdrossenheit!
    Die Quittung kommt bestimmt!
    Spätestens bei den nächsten Wahlen!

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  2. Markus Seng

    Feb 22. 2012

    Richtig, Kultur ist nicht nur Kunst!

    Dies kommt auch in der Solidaritätserklärung:
    http://pankowsolidaritaet.wordpress.com/erklaerung/
    zum Ausdruck … der Ratschlag aller betroffenen Einrichtungen trifft sich jeden Montag 19:30, Esmarchstr. 18 : http://pankowsolidaritaet.wordpress.com/ … Der Aufruf zur Solidarisierung geht an alle Einrichtungen und Institutionen …

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